Soldan Moot Court 2016 - Besser als (fast) jedes Praktikum ...

 

Auch in diesem Jahr nahm die Universität Bielefeld mit zwei Teams am Soldan Moot Court teil, der vom 6. bis 8. Oktober in Hannover stattfand.

Die Veranstaltung leistet einen Beitrag zur praxisorientierten Juristenausbildung. Nähere Informationen unter: www.soldan-moot.de

Am ersten Tag hatten alle Teilnehmer die Möglichkeit, im Rahmen der Vierten Hannoverschen Anwaltskonferenz an Vorträgen, u.a. des den meisten Studierenden bekannten Prof. Dr. Dirk Looschelders, teilzunehmen. Beim gemeinsamen Abendessen und in den Pausen bot sich dann die Gelegenheit, die Juroren sowie die anderen Teilnehmer kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen.

Am zweiten Tag übernahmen die Teams die Rollen von Rechtsanwälten/innen und erörterten in mündlichen Verhandlungen als Kläger- oder Beklagtenvertreter rechtliche Argumente. Diese waren bereits in Klageschrift und Klageerwiderung, für die jeweils ein zeitlicher Rahmen von etwa vier Wochen zur Verfügung stand, erarbeitet worden. Zum ersten Mal seit Studienbeginn bot sich nun die Gelegenheit, in einem realitätsnahen Umfeld in direkten Schlagabtausch zu treten. Dabei bekleideten teils Richter, teils Rechts- oder Staatsanwälte sowie Dozenten die Rolle des vorsitzenden Richters. Der diesjährige Fall hatte seinen Schwerpunkt im Kaufrecht, mit Fragestellungen zur Mängelgewährleistung bei einem Oldtimer, und im anwaltlichen Berufsrecht bezüglich dem für Syndikusanwälte geltenden Verbot, ihren Arbeitgeber zu vertreten.

Verhandelt wurde zunächst in den Räumen der Leibniz Universität. Wir Bielefelder traten gegen Teams aus Augsburg, Bayreuth, Frankfurt (Oder), Hamburg, Hannover, Heidelberg, Köln und Leipzig an. Obwohl jeder Verhandlung der gleiche Fall zugrunde lag, entwickelten sie sich aufgrund der persönlichen Schwerpunktsetzung jedes Richters in ganz unterschiedliche Richtungen.

 

 

Die Halbfinals und das Finale fanden dagegen am dritten Tag im Landgericht Hannover statt. Auch wenn es leider für die mündlichen Finalrunden – die für Hamburger und Hannoveraner reserviert zu sein scheinen – nicht gereicht hat, konnten wir uns über den zweiten Platz in der Kategorie Klageerwiderung, also für einen unserer Schriftsätze, freuen.

Nach den drei Tagen am Conti-Campus können wir allen Studierenden die Teilnahme am Soldan Moot Court nur empfehlen. Die Veranstaltung in Hannover war hervorragend organisiert. Umsichtig hatte sich das Organisationsteam auf alle Eventualitäten vorbereitet. So gab es z.B. vegetarisches und veganes Essen. Auch die Krankenversorgung war im Fall der Fälle gewährleistet, wovon wir uns überzeugen konnten... Das Grundnahrungsmittel für Juristen (Kaffee) sowie die sonstige Verpflegung standen jederzeit bereit.

Die Vorbereitung auf den Soldan Moot Court ist harte und zeitintensive Arbeit, lohnt sich aber in jedem Fall. Diese erste prozessnahe Erfahrung wiegt die Anstrengung allemal auf. Man erwirbt, egal in welchem Fachsemester man bereits studiert, bei der Erstellung der Schriftsätze und in den mündlichen Verhandlungen erstaunlich viel neues rechtliches Wissen. Nach nur zwei Verhandlungen konnten wir feststellen, wie wir uns in Rhetorik und im Auftreten bereits verbessert hatten. Am wichtigsten ist aber: der Spaß kommt bei der Veranstaltung garantiert nicht zu kurz.

Unterstützt wurden beide Bielefelder Teams von Frau Prof. Dr. Hähnchen und ihren Mitarbeitern. Herzlicher Dank gilt ihnen und auch der Fakultät für die finanzielle Unterstützung.

© 2017 Fakultät für Rechtswissenschaft » geändert 23.10.2016 von Jan-Hendrik Haus

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